Die Kraft gewaltfreier Kommunikation

Sprache ist unser wichtigstes Werkzeug. 

Jedes ausgesprochene Wort löst im Gehirn eine Assoziation aus. Ein achtsamer Umgang und das bewusste Wahrnehmen von Sprache können uns dabei unterstützen, uns selbst zu ermächtigen und einen positiven Umgang mit Konfliktsituationen anzustreben.

Mehr verbundenheit durch wertschätzende Kommunikation

Die Aussage „Man kann nicht nicht kommunizieren“ machte nicht nur seinen Verfasser, Paul Watzlawick weltberühmt, sondern prägte nachhaltig das Verständnis von Kommunikation. Menschliche Kommunikation geht viel weiter als verbale Verständigung. Die gewaltfreie Kommunikation geht davon aus, dass unserem Handeln und Denken ein Menschenbild zugrunde liegt, welches sich in unserer Sprache widerspiegelt. Im Alltag erleben wir oft Situationen, in denen es uns als herausfordernd erscheint, unseren Gesprächspartner:innen stets wertschätzend und neutral gegenüber zutreten. Das Gefühl des Verstanden-seins kann dazu beitragen, die Kooperationsbereitschaft und gegenseitigen Respekt zu fördern. Eine gewaltfreie und wertschätzende Kommunikation basiert auf vier einfachen Schritten, um Widerstand und Konflikte zu vermeiden. Die Kraft der Wörter beeinflusst nicht nur den Alltag mit Kindern und Jugendlichen, sondern betrifft gleicher Maßen das alltägliche Berufsleben. Die Auswirkungen von emotionaler Sprache in hitzigen Diskussion mit Kolleg:innen oder Partner:innen spürt man meinst sofort. Hier kann es helfen aus einer Bewertung eine reine Beobachtung zu machen. Im Streit die richtigen Worte zu finden, kann schwieriger sein als gedacht. Die folgenden vier Schritte können es erleichtern, persönliche Anliegen und Bedürfnisse neutral und höflich auszudrücken.

Die vier schritte gewaltfreier kommunikation

  1. Beobachtung: Mitteilung einer Beobachtung, ohne dabei zu bewerten oder Raum für Interpretation zu lassen. Der erste Schritt ist ein Schritt zurück. Betrachten Sie die Situation von außen und vermeiden Sie Verallgemeinerungen. Zum Beispiel: „Ich sehe/höre…“
  2. Gefühl: Anschließend folgt eine Beschreibung der Gefühle ohne dabei sein gegenüber zu analysieren oder Schuldzuweisungen zu äußern. Machen Sie einen Bogen um jegliche Interpretation. Zum Beispiel: „Ich fühle mich…“ statt „Ich habe das Gefühl, dass du…“
  3. Bedürfnis: Jetzt geht es ans „Eingemachte“: Welches Bedürfnis hatten Sie, das nicht erfüllt wurde? Zum Beispiel: „Ich brauche…“.
  4. Bitte: Ausformulierung einer klaren und verständlichen Bitte. Zum Beispiel: „Kannst du bitte …?“

Quelle: Sprachwirkung

Worte können Fenster sein oder Mauern.

(Marshall B. Rosenberg)

Worte schaffen wirklichkeit

Die vier Faktoren für gewaltfreie Kommunikation erscheinen im ersten Augenblick banal oder wirken eher kindlich. Jedoch: Worte prägen und schaffen Wirklichkeit. Aus diesem Grund trägt eine gewaltfreie Ausdrucksweise zu einem sensiblen Sprachgebrauch bei, welcher über persönliche Grenzen hinausgeht. Denn nur wenn wir dazu in der Lage sind, Gefühle, Bedürfnisse und Beobachtungen wahrzunehmen, fällt es leichter ein Nein zu akzeptieren oder ein respektvolles Streitgespräch zu führen. Gewaltfreie Kommunikation geht nicht von einer konfliktfreien Gesellschaft aus, sondern versucht, in allen Dialogen Wünsche und Bedürfnisse wertfrei und frei von Verurteilung zu äußern.

positive gedanken

Dieses Konzept erhebt nicht den Anspruch immer und überall umsetzbar zu sein. Viel mehr dient es als Anhaltspunkt in Stresssituationen. Neueste Studien aus der Forschung haben ergeben, dass die Wirkung von Sprache im Gehirn ansetzt. Eigene Gehirnbereiche, die für die Sprachverarbeitung zuständig sind, reagieren unterschiedlich auf Worte. Die Kraft negativer und positiver Gedanken basieren nicht auf Esoterik, sondern auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wertschätzende Kommunikation zwingt das Gegenüber nicht in eine Verteidigungshaltung. Durch gezielte Ich-Botschaften können Sie im privaten oder beruflichen Alltag ohne Machtspielchen mit Empathie und Authentizität punkten.

Quelle: www.gewaltfrei.at


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