Auf einen Kaffee mit Anne Blauensteiner

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2022 berichtet Powerfrau Anne Blauensteiner über die Bedeutsamkeit und der Einzigartigkeit des Projekts FRAU iDA und über die letzten Schritte des Umbaus.

Anne, warum braucht es besonders im Waldviertel ein Projekt wie FRAU iDA?

Meiner Meinung gibt es speziell auch im Waldviertel Frauen, die Großartiges leisten, die dies aber vielfach im Verborgenen tun, nämlich im Home-Office. Oft haben sie ihr Unternehmen an der eigenen Wohnadresse gemeldet und werden dadurch oft nicht als Unternehmerinnen wahrgenommen. Das ist eines der Hauptmotive gewesen, warum wir das Projekt FRAU iDA ins Leben gerufen haben. Ein anderer Grund, warum es im Waldviertel ein Projekt wie FRAU iDA braucht, ist, dass das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer noch eine große Herausforderung für die Frauen darstellt.  Speziell FRAU iDA hat sich zum Ziel gesetzt, diese Vereinbarkeit durch die Kooperation mit einer Kinderbetreuungseinrichtung für die Frauen zu erleichtern. Mir als Frau und als Stadträtin ist es wichtig, dass für die Familien und speziell für die Frauen, die den Hauptteil der Erziehungsarbeit leisten, die Kinderbetreuung vom Kleinkind bis zum Jugendlichen erleichtert wird. Wenn die Kinderbetreuung gesichert ist, haben die Frauen die Möglichkeit, beruflich aktiver zu sein, wenn sie das wollen, um ihre beruflichen Ziele zu erreichen. 

Kannst du uns etwas zur Entstehungsgeschichte von FRAU iDA erzählen?

FRAU iDA ist eigentlich aus zwei Ideen beziehungsweise aus zwei Problemstellungen heraus entstanden. Einerseits habe ich als Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft, das ist eine Teilorganisation der Wirtschaftskammer, oft die Gründerinnen in unserem Bezirk besucht und vielfach wahrgenommen, dass sie ihren Arbeitsplatz zuhause im eigenen Wohnraum hatten.

Wenn ich einen Artikel über die Gründerinnen in die Presse gegeben habe, wurde mir manchmal rückgemeldet: „Ich habe ja gar nicht gewusst, dass meine Nachbarin selbstständig ist“.

Das engste Umfeld wusste oft nicht einmal Bescheid, was die Unternehmerin an tollen Leistungen erbringt. Die Idee und der Gedanke sind gekeimt, dass wir die Unternehmerin in der Öffentlichkeit sichtbar machen müssen. Ein anderer Grund warum wir uns als Gruppe Gedanken gemacht haben, war der Arbeitskreis „Arbeit und Frauen“ des Wirtschaftsforums Waldviertel. Hier ging es darum, dass wir schon vor Jahren erkannt haben, dass dem Waldviertel die Arbeitskräfte ausgehen werden. Wir machten uns Gedanken wie wir das Potenzial der Arbeitskraft der Frau heben könnten. Die zentralen Fragestellungen waren hier: Was braucht die Familie und was braucht die Frau, um am Arbeitsmarkt mehr teilhaben zu können, wenn sie das will? Hier wurde ein Hauptaugenmerk auf das Thema Kinderbetreuung gelegt, um die Rahmenbedingungen für die Familien und für die Frau zu verbessern.

Anne, wie fühlst du dich nach dieser intensiven Bauzeit?

Die Bautätigkeit selbst wurde grundsätzlich durch unseren Immobilieneigentümer, die Raiffeisenbank Region Waldviertel Mitte, durchgeführt. Die Gestaltung der Räumlichkeiten ist wirklich toll geworden! Wir hatten die Möglichkeit, dass wir bei der Planung und Umsetzung auch unsere Wünsche einbringen konnten. Das ist etwas Außergewöhnliches und dafür sind wir sehr dankbar. Die Bauzeit und Ausgestaltung der Räume selbst war eigentlich die letzte Phase einer sehr langen Projektlaufzeit, ausgehend von einer intensiven Projektplanung mit dem Formulieren der Ziele bis hin zur nervenzehrenden Immobiliensuche. Es dauerte circa ein Jahr, bis wir die passende Immobilie und auch den idealen Immobilieneigentümer gefunden hatten. Über die Hilfsbereitschaft, die wir erfahren haben, sind wir sehr glücklich. Wir mieten circa 400m² in diesem wunderschönen, neu renovierten Geschäftshaus und die Räumlichkeiten von FRAU iDA wurden von uns, dem Verein Waldviertler Frauenwirtschaft, modern ausgestattet. Hier haben wir versucht mit regionalen Partnern zusammenzuarbeiten, wir haben auch viele Unternehmerinnen als Geschäftspartnerinnen mit im Boot.

Welchen Beitrag leistet FRAU iDA für die Strahlkraft der Frau im ländlichen Raum?

FRAU iDA macht am Standort Hauptplatz 16 die unternehmerisch tätigen Frauen sichtbar. Wir sind aber nicht nur ein Standort, wo Unternehmerinnen tätig werden können, sondern auch Frauen, die im Teleworking, also im Home-Office arbeiten, die sich vernetzen wollen und an einem öffentlichen Standort und nicht im eigenen Wohnzimmer arbeiten möchten. Unser Standort ist ein Ort für alle Frauen in jeder Altersphase. Wir sind auch Ansprechpartnerinnen für Schüler*innen und Studierende, die vom Berufsleben mehr erfahren und sich informieren wollen. Für die vorberufliche, aber auch für die nachberufliche Phase. Für eine Generation, die sehr viel Erfahrung mitbringt, die wir und auch die Jugend sehr gerne aufnehmen wollen. Wir nehmen aus den Rückmeldungen unserer Interessentinnen wahr, dass es gar nicht erwartet wird, dass ein solches Projekt wie FRAU iDA im ländlichen Raum geschaffen wird. Es ist meiner Meinung nach ein Leuchtturmprojekt, das im gesamten Waldviertel strahlt. Wir hatten in den letzten Monaten und in den letzten beiden Jahren, in denen das Projekt bekannter wurde, immer wieder Anfragen aus ganz Österreich. FRAU iDA ist eine Besonderheit, ein Dienstleistungszentrum, ein öffentlicher Arbeitsraum, der speziell für Frauen geschaffen worden ist. Kein 08/15 Coworking, sondern speziell ein Raum für Unternehmerinnen, Teleworkerinnen und für alle, die einen Raum mit Wohlfühlfaktor suchen. Außerdem bieten wir zusätzliche Serviceleistungen an, die den Alltag leichter machen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen.

Was bedeutet FRAU iDA für dich persönlich als Obfrau und Unternehmerin?

FRAU iDA bedeutet für mich Freundschaft. FRAU iDA bedeutet für mich Zusammenhalt, um ein Ziel zu erreichen. FRAU iDA bedeutet für mich, dass wir Frauen eine positive Perspektive für die Zukunft geben. Ebenso, dass wir Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Weiters bedeutet FRAU iDA für mich, dass wir die Innenstadt beleben. Aufgrund der zentralen Lage des FRAU iDA Standorts in der Bezirksstadt Zwettl können wir durch unsere Unternehmerinnen, unsere Teleworkerinnen, durch die Frauen, die hier am Standort arbeiten, aber auch durch die Kundinnen und Kunden, die unsere Unternehmerinnen besuchen werden, eine zusätzliche Frequenz in der Innenstadt erreichen.

Welche Schritte werden bei FRAU iDA als nächstes gesetzt? 

Anfang März starten wir tatsächlich mit dem Betrieb. Das heißt, es werden unsere fixen Mieterinnen, die bereits bei uns eingemietet sind, Anfang März ihre Räume beziehen und es wird die Möglichkeit geboten, noch freie Arbeitsräume zu besichtigen. In einigen Wochen steht natürlich ein großes Eröffnungsevent an, welches Mitte Mai stattfinden wird. Am 13. Mai 2022 ist ein Tag der offenen Tür im neuen Zuhause von FRAU iDA angesetzt, bei dem sehr gerne der Standort besucht werden kann. An diesem Tag gibt es Antworten auf alle Fragen und wir freuen uns sehr, wenn der Tag der offenen Tür angenommen wird.

Was möchtest du den Frauen anlässlich des Weltfrauentags mitgeben?

Ich seh‘ s jetzt am Projekt FRAU iDA, dass, wenn wir Ziele als Frauen verfolgen, die nicht von Beginn an so populär sind, es wichtig ist, trotzdem daran festzuhalten. Dass wir etwas hartnäckig sein und viel Ausdauer haben müssen.

Aber wir, wir Frauen, können die Ziele erreichen, die wir uns setzen und darauf bin ich – können wir – wirklich stolz sein!

Vielen Dank für deine inspirierenden Antworten!

MELDE DICH BEI UNS!

Bei Interesse an den Räumlichkeiten bei FRAU iDA melde dich gerne bei unserer Obfrau Anne Blauensteiner oder bei unseren Mitarbeiterinnen Sarah und Verena.

Tel.: 02822/21340
Mail: office@frau-ida.at

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